Sturmangeln in Scheveningen

Eigentlich hatten wir eine Kuttertour fürs Wrackfischen geordert,doch einen Tag vor unserer geplanten Fahrt bekamen wir von der Reederei Trip in Holland die Mitteilung, daß wegen Sturmgefahr die Schiffe nicht rausfahren.
Da wir uns aber schon seit langem auf diesen Angeltripp gefreut hatten, entschlossen wir uns trotz der schlechten Wettervorhersage nach Scheveningen zu fahren, um es von den Molen aus auf Plattfisch zu versuchen.




Also trafen wir uns in Elten am alten Grenzübergang und machten uns mit zwei Autos auf den
Weg ! Wir , das waren Annika , Dirk , Supplysandy , Peter aus Kevelaer und Kosta !

Als wir im Hafen ankamen , um uns mit Wattwürmern und Kleinzeugs einzudecken , fragten wir uns noch , warum der Kutter nicht rausfahren wollte ? So schlecht war das Wetter doch gar nicht! Diese Frage beantwortete sich aber später selbst !

Nachdem wir beim Einkaufen den Tipp bekamen , es auf der zweiten Mole zu versuchen , da dort mit Dorschen bis zu 50 cm zu rechnen seien , machten wir uns auf den Weg dorthin !  Und siehe da , der Wind war hier mindestens doppelt so stark , wie noch im Hafen selbst ! Trotzdem , raus aus den Wagen , warme Sachen an , und mit dem Angelzeug hin zur Mole !

Auf der Mole war der Wind noch etwas stärker , was uns aber nicht davon abhielt , bis auf die Spitze zu marschieren .Von dort aus wollten wir unser Glück versuchen !




Auf dem Weg dorthin konnten wir einen Kutter beim Auslaufen beobachten . Dieses Bild zeigte uns , dass eine Kuttertour wirklich unmöglich gewesen wäre !

Angekommen bauten wir unsere Dreibeine und Ruten zusammen und nach ein paar Minuten tauchten die ersten Montagen , mit Wattwürmern bestückt , in die Nordsee ein .

Wir merkten jedoch sehr schnell , dass unsere 150 g – Krallenbleie umgehend wieder auf die großen Steinquader getrieben wurden , aber schwerere Bleie hatten wir nicht mit !

Man kam gar nicht so schnell dazu , die Schnur einzuholen , wie die starke Strömung sie in die Hafeneinfahrt zog !
Die ersten Hänger waren die Folge und damit auch Abrisse ! Dann eben trotzig neue Montagen an die Schnüre binden und weiter geht`s !


Nach ca . 2 Stunden und mehreren Montageverlusten ( besonders häufig bei unserem Dirk ) dann das Unglaubliche!

Kosta wunderte sich , warum seine Montage plötzlich nicht wie sonst durch die Strömung mitgezogen wurde ! Kanndoch nur ein weiterer Hänger sein !

Es sah auch erst so aus , bis er der vermeintlichen Hänger gelöst und fast schon an den Quadern gezogen hatte .
Dort stellte sich heraus , dass seine Haken sich in eine ältere abgerissene Montage verfangen hatte ! Und was hing am Ende dieser Montage ? Ein ca . 50 cm langer Dorsch !!! Doch wie bekommt man den Fisch jetzt hoch auf die Mole ?
Klettern war angesagt , was nicht ungefährlich war , bei diesem Wind , auf den glatten , kreuz und quer liegenden Steinen !
Dazu noch die Gischt , die gegen die Steine spritzt ! Nach 5 Minuten war der Fisch endlich an Land und die erste Fangmeldung konnte an den rasenden Reporter Reiner in die Heimat gesendet werden !
Fangfoto machen , neue Würmer an den Haken und weiterfischen ! Die Motivation stieg wieder , zudem kam auch die Sonne hier und da mal zum Vorschein !



Doch gerade beim Dirk , dem armen Kerl , waren die Abrisse so häufig , dass er kaum Pause beim Neumontieren bekam ! Er ließ sich den Mut aber nicht nehmen und fischte immer weiter ! Wie man auf dem Foto schon erkennen kann , blieb die Sonne nicht lange bei uns . Im Gegenteil , der Wind wurde wieder stärker und die Wellen schlugen mit aller Kraft gegen die Mole !



Bisse blieben aus ! Nachdem um 12 Uhr die Flut ihren Höchststand erreicht hatte , fischten wir noch etwa eine Stunde weiter , bis wir uns entschlossen , den Angeltag zu beenden ! Schnell die Sachen gepackt und zurück zu den Autos ! Dort angekommen packte uns die Lust nach Speis und Trank !



Dirk kannte eine Fischbude , wo man leckere Riesengarnelen mit Knoblauchdip bekommen konnte ! Also aßen wir dort und spülten mit lecker Heineken nach !
Beim Essen beschlossen wir , solch eine Tour noch einmal während der Makrelenzeit zu planen , entweder auf einem Kutter oder wieder von der Mole aus !
Allerdings nur , wenn das Wetter dann mitspielt !

Trotz allem waren wir alle der Meinung , dass man sich bei solchen gemeinsamen Angeltreffs besser kennen lernen kann , als wenn man nur am PC miteinander kommuniziert ! Und ne menge Spaß hatten wir auch heute !
In diesem Sinne , Petri Heil !



Ps:Ich möchte hier noch einmal betonen,das die Angelei bei solchem Wetter nicht ungefährlich ist!!
Also niemals alleine dort fischen, ein Sturz von den großen Molensteine ist lebensgefährlich!!!

Petri Heil sagen Supplysandy(Klaus), Dirk und Kosta!





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